

8.7.2026, 19 - 20:30 Uhr
Lesung und Film mit Spefan Schmitzer (Graz) und Chrys Schloyer (Nürnberg)
Begleitet uns auf eine Reise, die eine Brücke zwischen Realität und Utopie spannt und lasst Euch gefangen nehmen von space waste und Venus-Mars. Wir freuen uns diese beiden Autoren hier bei uns im CaféXperiment begrüßen zu können.
Wie immer können wir direkt mit den Autoren und Künstlern interagieren. Die Autoren werden einige ihrer Werke mitbringen, so dass Ihr auch direkt die Möglichkeit habt, diese zu erwerben.
Foto Schmitzer: Jürgen Berger
Foto Schloyer: privat
Foto Plakat: fulk grafique
Space Waste meets Venus-Mars.
Stefan Schmitzer verbindet in seinem Lyrikband space waste unser himmelschreiendes irdisches Müllproblem mit jenem des Weltraumschrotts, d.h. aller menschgemachter, nicht mehr funktionierender Objekte. In Schmitzers Langgedicht erinnert die Rhetorik an die frühe Neuzeit oder an Science Fiction à la Hollywood und verweist auf zeitgenössischen Technik-Optimismus als Fortschreibung über den katastrophalen Status quo hinaus.
Schmitzers Lyrik begeistert durch ihre originellen Gedanken und einen ebenso feinen wie skurrilen Sprachwitz, der die Unfassbarkeit einer selbstzerstörerischen Technokratie aufs Korn nimmt. Dass in unseren Lebenszusammenhängen vieles aus dem Ruder läuft, lässt der Dichter mit Raffinesse in freien, treibenden Rhythmen hör- und spürbar werden.
Mit space waste legt Stefan Schmitzer eine sprachgewaltiges Langgedicht über die Spannung zwischen der Wirklichkeit und einer Utopie industriellen Fortschritts vor und macht mittels einer technoid anmutenden Sprachzurichtung herrschenden Wachstumsideologien den Garaus. Sein eigens hergestellter Poesiefilm begleitet die Lesung.
Christians Schloyers vierter Gedichtband VENUS-MARS vereint kunstvoll-doppelbändig Science-Fiction, Game-Poesie und Sprachakrobatik.
Ist es vielleicht doch keine gute Idee, die Zukunft der Menschheit auf dem MARS zu suchen? Der Leser kann in lyrischen Texten das End-Game eines kapitalistisch-toxischen Patriarchats durchspielen – taumelnd zwischen Terraformingfantasien, Albträumen und erdschweren Sehnsüchten. Auch VENUS rotiert um die Selbstzerstörung des Homo Sapiens, erprobt neue ansätze im klagegesang, will berühren um zu vergessen, begibt sich (von Populismus, Patriarchat und Leistungsfetisch angewidert) in die Sprach- und Selbsterforschung einer nicht-binären geschlechtlichen Identität.